Heidelberg

Tradition trifft Zukunft. Wer in der idyllischen Universitätsstadt am Neckar etwas auf sich hält, wohnt am Hang mit Blick auf das Schloss. Vor allem die Nachfrage nach den alten Villen übersteigt das Angebot bei Weitem.

Während surch die Altstadt von Heidelberg täglich Tausende Touristen aus aller Welt flanieren und beim Blick auf die alten Gemäuer von "wonderful old Germany" schwärmen, wird aud der anderen Neckarseite Higtech-Forschung betrieben. In den Labors und Instituten der Universität und der Kliniken im Neuenheimer Feld arbeitet eine internationale Garde von Elitewissenschaftlern. Vor allem in den Bereichen Gesundheit und Biotechnologie gilt die Stadt als Innovationsstandort.

Auf der einen Seite deutsche Gemütlichkeit, auf der anderen hervorragende Zukunftsperspektiven - dafür steht die Neckarstadt mit ihren rund 143.000 einwohnern. Obwohl Mannheim nur ein paar Kilometer entfernt liegt und eindeutig mehr urbanes Flair bietet, zieht es viele Neubürger der Region in die "kleine Großstadt" Heidelberg. Als lokale Agenda hat die Stadt einen "Stadtentwicklungsplan 2015" aufgelegt. Die erklärten Ziele: die Lebensqualität in den 14 Stadtteilen soll stetig verbessert und der Zuzug von High-Potentials gefördert werden.

Neuenheim

Der Philosophenweg, der hinauf auf den Neuenheimer Hang führt, wurde schon von Malern und Dichtern der Romantik bevölkert. Kein wunder, denn von hier aus erschließt sich dem Spaziergänger ein Traumpanorama auf das gegenüberliegende Schloss und die Altstadt von Heidelberg. Und wer in die andere Richtung blickt, genießt ursprüngliche Natur. In den Waldflächen, die sich dort ausbreiten, laden ausgedehnte Wanderwege zu Spaziergängen ein.

Bis zu 5.000 Quadratmeter groß sind in Neuenheim einzelne Grundstücke - diese Gegend ist das Beste, was Heidelberg zu bieten hat. Wer sich hier niederlassen will, kann schon mal bis zu vier Millionen Euro für eine alte Villa mit rund 300m² Wohnfläche bereithalten - sofern entsprechende Objekte überhaupt auf dem Markt sind. Die Mietpreise liegen bei 16 Euro pro/m². Ein Großteil der historischen Gebäude ist denkmalgeschützt. Moderne Architektur ist hier so gut wie garnicht zu finden. Etwas preisgünstiger sind dagegen Objekte im "flachen" Teil Neuenheims. Auch hier gibt es teure Ausnahmen, nämlich Objekte, die direkt am Neckar liegen, etwa in der Ziegenhäuser Landstraße. Doch es wohnen nicht nur gut situierte Heidelberger im Stadtteil Neuenheim: Durch die Nähe zur Universität bevölkern viele junge Menschen die Altbauten rund um Brückenstraße und Handschuhsheimer Landstraße.

Prognose: deffinitiv steigend in allen Teilmärkten

Altstadt und Schloßberg

Wer als Auswärtiger durch die Fußgängerzone an der Hauptstraße bummelt oder die Gassen rund um den Marktplatz und die Heiliggeistkirche aufsucht, sieht zunächst viel Handel und Gewerbe, öffentliche Einrichtungen und Universitätsgebäude. Doch die Altstadt Heidelbergs lockt auch mit Wohnflächen. Inzwischen sind viele Gebäude saniert worden, so entfalten diese ihren historischen Charme auch im Inneren: Räume mit Fachwerkbalken, Dielenböden und Dachterrassen. Eine weitere Aufwertung des Quartiers würde erfolgen, wenn Oberbürgermeister Eckart Würzner seine Idee einer Kongresshalle dem Gemeinderat schmackhaft machen kann. Als Standort ist das Areal der Stadthalle am Altstadtrand vorgesehen, ein entsprechender Beschluss wird noch in diesem Jahr erwartet.

Durch die zentrale Lage und exzellente Nahversorgung finden Wohnungen in der Altstadt immer mehr Nachfrager. Manch einer würde natürlich auch mit einer luxuriösen Wohnetage am nahen Schlossberg vorlieb nehmen. Doch in der Premiumlage in Schlossnähe sind freie Objekte rar. Hinzu kommt, dass sich hier sehr viele Villen und Einfamilienhäuser befinden, die von Generation zu Generation weitervererbt werden. Interessant: Trotz der herrschaftlichen Lage mit Neckarblick sind die Grundstückspreise niedriger als am gegenüberliegenden Neuenheimer Hang. Der Grund dafür könnte darin bestehen, dass der Schlossberg eine Nordlage ist und damit dort die Sonne fehlt.

 Prognose: steigend in allen Teilmärkten

 

Weststadt

Wertbeständig auf hohem Niveau - so lässt sich das Quatier in der Nähe der altstadt beschreiben. In den historischen Mehrfamilienhäuser - sehr viele davon sind an die 100 Jahre alt - befinden sich heute begehrte eigentumswohnungen. Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es nur vereinzelt, sie spielen für den Immobilienmarkt der Weststadt keine Rolle. Vor allem schätzen die Bewohner dieses Viertels das historische Ambiente, mit vielen Fachwerkhäusern sowie alten Toren und Türmen. Bei der Struktur der Einwohner des Viertels gibt es eine bunte Mischung: Nicht nur Beamte und Universitätsangestellte bevorugen es, sondern auch viele Freiberufler. Sie zahlen für Wohnungen aus dem Bestand häufig mehr als 3.500 Euro pro Quadratmeter, Neubauten können sogar leicht über 4.000 Euro pro/m² kosten. Wer hier einzieht, kann das Auto meist in der Garage lassen. Läden, Restaurants oder auch Ärzte sind gut zu Fuß zu erreichen und auch die sonstige Infrastruktur ist hervorragend.

Prognose: steigend in allen Teilmärkten

Rohrbach

Bei vielen Maklern gilt Rohrbach als Stadtteil mit sehr guten Persektiven. Nicht nur die Gegend um die Panoramastraße bietet Wohnen auf hohen Niveau, auch das Quatier am Turm wird Rohrbach nachhaltig prägen. Es ist das größte Neubaugebiet in Heidelberg mit rund 550 Objekten, vom kleinen Mehrfamilienhaus bis zum geräumigen Einfamilienhaus. Es ensteht auf dem ehemaligen Gelände der Waggonfabrik Fuchs am Rande des Stadtteils. Die Fertigstellung ist bis Ende 2009 geplant. Das Besondere an diesem Projekt: Es wurde nicht nur an das Wohnen gedacht, sondern auch an alle anderen Bedürfnisse der Hinzuziehenden. In dem Quartier soll es an nichts fehlen. So werden noch in 2008 eine Kindertagesstätte und Spielplätze fertiggestellt werden. Neben Gastronomie wird es zudem betreutes Wohnen geben. Ein großes Fitnesscenter in unmittelbarer Nchbarschaft ergänzt das Angebot. Vor allem junge Familien mit gehobenem Haushaltseinkommen sollen hierher gelockt werden. Die Kaufpreise für Reihenhäuser sind zwischen 300.000 bis 450.000 Euro veranschlagt. Für die Stadt ist das "Quatier am Turm" wohl das wichtigste von vielen Bauprojekten.

Prognose: steigend in allen Teilmärkten

 

Handschuhsheim

Dort, rund um die Ruine der Tiefburg, in deren Hof zahlreiche örtliche Feste stattfinden, stehen viele historische Ein- und Zwéifamilienhäuser und Wirtshäuser (viele gute Restaurants) sowie Werkstätten und kleine Ladengeschäfte. Durch die Nähe zum Neuenheimer Feld - dem Sitz des Universitätsklinikums ist Handschuhsheim zu einem "Place to be" geworden - so schätzen zum Beispiel Ärztee und Wisssenschaftler die hiesige Idyelle. Als Folge sind altbauwohnungen so teuer wie andernorts Häuser (mindestens 500.000 bis 750.000 Euro). Die begehrteste Gegend liegt zwischen Bergstraße und Heiligenberg, wo Weinreben an die Häuser grenzen. Auch ins Siebenmühlenthal, ein beliebtes Naherholungsgebiet, ist es nicht weit. Natur pur also.

 Prognose: steigend in allen Teilmärkten

 Bergheim

Das einstige Kleine-Leute-Viertel wandelt sich schrittweise zu einem City-Quartier mit hohem Wohnwert. Immer mehr Häuser werden saniert, viele der denkmalgeschützten Ensembles strahlen in neuem Glanz. Folge: Unter die alten Bergheimer - Handwerker, Studenten, Rentner - mischen sich Doppelverdiener mit schicken Autos und Lust auf Lifestyle im Altbau. Die Neubürger schätzen in Bergheim vor allem die gewachsene Infrastruktur an Kneipen, Biergärten und Ladengeschäften. Bauträger und Immobiliengesellschaften setzen hier deshalb auf mehr innerstädtische Wohnprojekte. So lockt die Hochtief-Projektentwicklung mit 170 Wohneinheiten in den Gutenberghöfen, einem 8400 Quadratmeter großen Gelände, auf dem ehemals der heutige Weltkonzern Heidelberger Druck die Maschinen für den Buchdruck baute. Das erklärt auch, weshalb die Gutenberghöfe dem Erfinder des Buchdrucks ihren Namen vérdanken. Vom Ein-Zimmer-Apartment bis zur Familienwohnung mit 140 m² ist alles im Angebot. Der Kaufpreis beträgt rund 3.000 Euro pro/m² Der erste Bauabschnitt wird voraussichtlich Ende 2008 fertiggestellt sein.

Prognose: steigend bis gleichbleibend in allen Teilmärkten

Bahnstadt

Auch auf dem ehemaligen Gelände des Heidelberger Güterbahnhofs, südwestlich des Hauptbahnhofs gelegen, wird ein vollkommen neues Viertel entstehen. Spätestens bis zum Frühjahr 2009 will die regional verankerte Projektentwicklungsgesellschaft EGH ein erstes Areal "baureif entwickeln". Hinter der EGH steht ein Konsortium aus der Sparkasse Heidelberg, der LBBW Immobilien GmbH und der Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz Heidelberg. Mit dem Erwerb von rund 75 Hektar durch die EGH kommt das Projekt "Bahnstadt" nun ins Laufen. Neben ausgewählten Gewerbeimmobilien sollen auf dem Areal bis zu 3.000 Wohneinheiten entstehen. Laut Oberbürgermeister Eckart Würzner soll die Bahnstadt ein "nachhaltiger urbaner Stadtteil werden, der eine hohe Umfeldqualität (Versorgung, Erholung, Freizeit und Kultur) bietet". Im Bereich ökologischer Energieversorgung und Entwässerung sollen neue Wege beschritten werden. die örtlichen Immobilienmakler sehen in dem innenstadtnahen Standort einerseits viel Potential, andererseits fürchten sie einen Verdrängungs- und Preiskampf der beteiligten Bauträger. Dessen Folge wären Immobilienangebote im Billigsegment, die dem Stadtteil kein eigenes Flair vermitteln. Der eigentlich erhoffte Premiumwohnstandort bleibe dann ein Traum.

Prognose: gleichbleibend bis steigend in allen Teilmärkten

 

In der Sonderausgabe Capital "Immobilien" wurden kürzlich nachfolgende Zahlen und Preise für Heidelberg veröffentlich, die auf einer Maklerumfrage basieren und Durchschnittspreise für lagetypische Objekte sind (Stand April 2008).

Heidelbergs Viertel
Viertel Einfamilienhaus Kaufpreis

Eigentumswohnung

Kaufpreis pro/m²

Haus oder Wohnung

Miete pro/m²

Neuenheimer Hang 850.000 bis 2.500.000 3.000 bis 4.500 9,00 bis 16,00
Schlossberg 850.000 bis 2.000.000 3.000 bis 4.500 9,00 bis 13,00
Weststadt 500.000 bis 1.000.000 2.300 bis 3.700 8,00 bis 11,50
Rohrbacher Hang 500.000 bis 900.000 2.300 bis 3.700 8,00 bis 11,50
Neuenheim 400.000 bis 900.000 2.300 bis 4.000 8,00 bis 12,00
Handschuhsheim 400.000 bis 900.000 2.300 bis 3.700 8,00 bis 12,00
Bergheim 400.000 bis 900.000 2.300 bis 3.700 8,00 bis 12,00
Altstadt 400.000 bis 900.000 2.300 bis 3.700 8,00 bis 12,00
Quartier am Turm 400.000 bis 900.000 2.000 bis 3.500 8,00 bis 11,50
Ziegelhausen 350.000 bis 700.000 1.900 bis 3.200 7,00 bis 9,50
Rohrbach 350.000 bis 700.000 1.900 bis 3.200 7,00 bis 9,50
Schlierbach 300.000 bis 700.000 1.900 bis 3.200 7,00 bis 9,50
Eppelheim 300.000 bis 700.000 1.900 bis 3.200 7,00 bis 9,50
Kirchheim 300.000 bis 450.000 1.300 bis 2.000 4,00 bis 7,50
Emmertsgrund 300.000 bis 450.000 1.300 bis 2.000 4,00 bis 7,50
Patrick-Henry-Village Kaum Angebot 1.300 bis 2.000 4,00 bis 7,00